dungen ſelbſt in die Stadt zu ſchleichen, um Nachrichten über den Abgang von Handelsgütern oder von Reiſenden mit wohlgeſpickten Börſen zu erhalten, welchen ſie daun in den entfernten und einſamen Gebirgspäſſen auflauer⸗ ten. Dieſe kecken und wiederholten Unbilden hatten die Aufmerkſamkeit der Regierung auf ſich gezogen und die Befehlshaber der verſchiedenen Poſten hatten die Wei⸗ ſung erhalten, auf ihrer Hut zu ſeyn und alle verdäch⸗ tigen Umzügler aufzugreifen. Statthalter Manco war, zufolge der manchfachen Schmach, welche auf ſeiner Veſte rnhte, beſonders eifrig und bezweifelte jetzt nicht, einen furchtbaren Waghals aus dieſer Bande ertappt zu haben.
Mittlerweile verlautete die Geſchichte und wurde das Tagsgeſpräch nicht nur der Veſte, ſondern der ganzen Stadt Granada. Es hieß, der berüchtigte Räuber Ma⸗ nuel Borasco, der Schrecken der Alpuxarras ſey dem alten Statthalter Manco in die Krallen gefallen und von ihm in einem Verlies des rothen Thurmes einge⸗ ſperrt worden; und jeder, der von ihm geplündert wor⸗ den war, eilte hin, um den Schelm ſich anzuſehen. Der rothe Thurm ſteht, wie man wohl weiß, von der Al⸗ hambra geſondert auf einer Schweſter⸗Höhe und wird von der Hauptveſte durch eine Schlucht getrennt, durch welche der Hauptweg führt. Außenmauern waren keine da, ſondern eine Schildwache ging vor den Thüren auf und ab. Das Fenſter des Gemachs, in welches der Soldat eingeſperrt war, war mit ſtarkem Gitter ver⸗ ſehen und hatte die Ausſicht auf einen kleinen freien Platz. Hierher eilten die guten Leute von Granada, um ihn auzuſtarren, wie eine lachende Hyene, die durch


