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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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Laß uns auf die nördliche Seite des Thurms ſchauen. Es iſt eine ſchwindliche Höhe; ſelbſt die Grundpfeiler des Thurmes überragen die Bäume an der ſteilen Hü⸗ gelſeite. Und ſieh! ein langer Spalt in der feſten Mauer ſagt uns, daß der Thurm durch eines jener Erdbeben geſpalten worden, welche von Zeit zu Zeit Granada in Schrecken ſetzten, und die früher oder ſpäter, dieſes zer⸗ fallende Gebäude in einen bloßen Trümmerhaufen ver⸗ wandeln müſſen. Die tiefe, enge Schlucht unter uns, die ſich allmählig erweitert, wie ſie von dem Gebirg ausläuft, iſt das Darro⸗Thal; du ſiehſt den kleinen Fluß, wie er ſich unter belaubten Terraſſen und durch Obſt⸗ ſtücke und Blumengärten ſortwindet. Es iſt ein in der alten Zeit berühmter Fluß, denn er führte Gold mit ſich und ſein Sand wird noch dann und wann gereinigt, um das koſtbare Metall auszuſcheiden. Einige jener weißen Pavillons, welche da und dort aus Baumgängen und Weinlaub herausſchimmern, waren ländliche Aufenthalts⸗ orte der Mauren, wo ſie ſich der Friſche ihrer Gärten erfreuten.

Der luftige Palaſt mit ſeinen ſchlanken, weißen Thürmen und langen Arkaden, der ſich unter prachtvollen Baumgruppen und hängenden Gärten an jenen Berg lehnt, iſt der Generalife, ein Sommerpalaſt der mauri⸗ ſchen Könige, wohin ſie ſich in den heißen Monaten zu⸗ rückzogen, um eine luftigere Region als die der Alham⸗ bra zu genießen. Der nackte Gipfel der Höhe darüber, wo du einige geſtaltloſe Ruinen ſiehſt, iſt die Gilla del Moro, oder der Sitz des Mauren, ſo genannt, weil ſte der Zufluchtsort des unglücklichen Boadbil während der