die Herrſcher gegen ihre aufrühreriſchen Unterthanen. Als das Königreich in chriſtliche Hände gekommen war, blieb die Alhambra ein königliches Beſitzthum, und wurde zuweilen von den kaſtiliſchen Monarchen bewohnt. Karl der Fünfte begann ein koſtbares Gebände in ihrem Um⸗ kreis aufzuführen; wiederholte Erdſtöße aber ſchreckten ihn von der Volleendung ab. Die letzten königlichen Be⸗ wohner waren Philipp V. und die ſchöne Königin Eli⸗ ſabeth von Parma, am Anfange des achtzehnten Jahr⸗ hunderts. Man machte große Vorbereitungen zu ihrer Aufnahme. Der Palaſt und die Gärten wurden eini⸗ germaßen hergeſtellt, eine neue Reihe von Gemächern gebaut, und von italieniſchen Künſtlern ausgeſchmückt. Der Aufenhalt des Herrſcherpaars war vorübergehend⸗ und nach ihrer Abreiſe wurde der Palaſt wieder öde und verlaſſen. Doch wurde der Platz mit einigem militäri⸗ ſchen Prunk erhalten. Der Statthalter hatte ihn un⸗ mittelbar von der Krone; ſeine Gerichtsbarkeit erſtreckte ſich auf die Vorſtädte hinab, und war unabhängig von dem Oberbefehlshaber von Granada. Eine bedeutende Garniſon wurde beibehalten, der Kommandant hatte ſeine Zimmer auf der Vorderſeite des alten mauriſchen Palaſtes, und kam nie ohne ein militäriſches Geleite nach Granada. Die Veſte war freilich eine kleine Stadt an ſich, da ſie mehrere Straßen mit Häuſern innerhalb ihrer Mauern hatte, ſowie ein Franziskanerkloſter und eine Pfarrkirche⸗ Die Entfernung des Hofes war jedoch ein Unglück für die Alhambra. Ihre ſchönen Säle wurden öde, und einige verfielen in Trümmer; die Gärten wueden ver⸗
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