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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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die ländlichen Schönen der Nachbarſchaft zuſammen ge⸗ rufen, und als wir hinaustraten, bot der Hof des Wirths⸗ hauſes eine Scene echt ſpaniſcher Feſtlichkeit dar. Wir nahmen unſere Sitze bei dem Wirthe, der Wirthin und dem Auführer der Patronille unter dem Bogenthor des Hofes; die Guitarre ging von Hand zu Hand, aber ein jovialer Schuhmacher war der Orpheus des Ortes. Er war ein freundlich ausſehender Burſche mit großem ſchwarzem Backenbart; ſeine Aermel waren bis zu den Ellenbogen aufgerollt; er ſpielte die Guitarre meiſter⸗

haft, und ſang kleine verliebte Lieder mit einem ausdrucks⸗

vollen Seitenblick auf die Frauen, bei denen er augen⸗

ſcheinlich ſehr in Gunſt ſtand. Er tanzte dann zur großen

Freude der Zuſchauer mit einer drallen andaluſiſchen Maid den Fandango. Aber keine der anweſenden Mädchen konnte ſich unſers Wirthes hübſcher Tochter, Pepita, vergleichen, die ſich weggeſchlichen und ihre Toilette gemacht, und ihren Kopf mit Roſen geſchmückt hatte, und ſich in einem Bolero mit einem ſchönen jungen Dragoner auszeichnete. Wir hatten unſerm Wirth aufgetragen, Wein und Er⸗ friſchungen unter den Leuten herumzugeben, und obgleich die Geſeuſchaft aus einem bunten Gemiſch von Soldaten, Maulthiertreibern und Dörflern beſtand, überſchritt doch niemand die Grenzen nüchterner Beluſtigung. Die Scene konnte eine Studie für Mahler abgeben: die pittoreske Gruppe der Tänzer, die Miqueletes in ihrer halb mili⸗ täriſchen Tracht, die Landleute in ihre braune Mäntel drappirt, auch darf ich des alten magern Alguazil in einem kurzen ſchwarzen Mantel nicht vergeſſen, der an nichts, was um ihn vorging, Theil nahm, ſondern in