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Nachts ſein Bette und ſein Packſattel iſt ſein Kiſſen. Seine kleine, aber ſchön gegliederte und kräftige Geſtalt zeugt von Kraft; ſeine Geſichtsfarbe iſt dunkel und ſon⸗ neverbrannt; ſein Auge entſchloſſenen aber ruhigen Aus⸗ drucks, ausgenommen wenn eine plötzliche Erregung es entflammt; ſein Benehmen iſt frei, männlich, höflich und er geht nie an dir vorbei ohne einen ernſten Gruß: „Dios guarde à usted!«„Va usted con Dios, Ca- ballero!“—„Gott ſchirme euch! Gott ſey mit euch; Herr!“
Da dieſe Leute oft ihr ganzes Vermögen in dem Gepäck ihrer Maulthiere tragen, ſo haben ſie ihre Waf⸗ fen, die an den Sattel befeſtigt und augenblicklich zu verzweifeltem Widerſtand bereit ſind, ſtets zur Hand. Ihre vereinte Zahl aber ſichert ſie gegen kleine Banden von Schnapphähnen; und der einſame Bandolero*), bis zu den Zäͤhen bewaffnet und auf ſeinem Andaluſter ſitzend, umſchwebt ſie, wie ein Seeräuber das Geleit⸗ ſchiff eines Kauffahrers, ohne einen Angriff zu wagen.
Der ſpaniſche Maulthiertreiber hat einen unerſchöpf⸗ lichen Vorrath von Liedern und Balladen, um ſein un⸗ aufhörliches Wanderleben damit zu erheitern. Die Wei⸗ ßen ſind rauh und einfach, indem ſie nur aus wenigen Inflexionen beſtehen. Dieſe ſingt er mit lauter Stimme und langem, gezogenem Tonfall heraus, während er quer auf ſeinem Maulthier ſitzt, das mit unendlichem Ernſte zu lauſchen und mit ſeinem Schritte den Takt zu der
*⁴) Straßenräuber.


