an dem Schmucke des Laubwerks und der Wälder und den ſanfteren Reizen einer kunſtreichen Anbanung fehlt, ſo hat ſeine Scenerie doch etwas von einem hohen und ſtolzen Charakter, wodurch jener Mangel ausgeglichen wird. Sie hat einige Aehnlichkeit mit den Eigenthüm⸗ lichkeiten ihres Volkes, und ich glaube den ſtolzen, küh⸗ nen, mäßigen und enthaltſamen Spanier, ſeinen männ⸗ lichen Trotz gegen Mühſeligkeiten und ſeine Verachtung gegen Verweichlichung beſſer zu kennen, ſeit ich das Land geſehen habe, welches er bewohnt.
Auch in den ſtreng einfachen Zügen der ſpaniſchen Landſchaft iſt etwas, das die Seele mit einem Gefühle der Erhabenheit erfüllt. Die unermeßlichen Ebenen der beiden Kaſtilien und der Mancha, die ſich, ſoweit das Auge nur reichen kann, ausdehnen, erhalten ſelbſt durch ihre Nacktheit und Unabſehbarkeit ein Intereſſe und ha⸗ ben etwas von der feierlichen Größe des Oceans. Wenn man dieſe grenzenloſen Wüſten durchwandert, fällt der Blick da und dort auf eine einzelne Rinderheerde von einem einſamen Hirten gehütet, der bewegungslos wie eine Statue ſteht und deſſen langer, ſchlanker Stab wie eine Lanze in die Luft emporragt; oder man ſieht einen langen Zug von Maulthieren, die ſich langſam die Ein⸗ öde entlang bewegen, wie ein Zug Kamele in der Wüſte; oder einen einzelnen Hirten, der, mit Gewehr und Dolch bewaffnet, durch die Ebene eilt. So hat das Land, ſo haben die Sitten, ſelbſt das Ausſehen des Vol⸗ kes etwas von dem arabiſchen Charakter. Der allge⸗ meine Gebrauch der Waffen beweißt, daß es überall un⸗ ſicher in dem Lande iſt. Der Hirt auf dem Feld, der


