Teil eines Werkes 
3. Theil (1837)
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früh aufſtehen, mich in den Fluß ſtürzen, und ihm das Uebrige überlaſſen müßte. Dies war ein ſehr froſtiger Vorſchlag, denn der Fluß war feſt zugefroren, nnd es mußte jedesmal erſt ein Loch in das Eis gehauen werden.

Ich fragte ihn:Würde es ſeinem Zwecke nicht eben ſo gut entſprechen, wenn ich das Waſſer in mein Schlafzimmer bringen ließe?2 Er ſchüttelte aber ſeinen Kopf und erwiederte, daß er erſtaunt ſey, von einem jungen weißen Häuptlinge, der ein geſcheiter Mann ſeyn ſollte, eine ſo närriſche Frage zu hören. In Erwägung jedoch, daß der Rheumatismus den Indianern fremd iſt, während ſo viele unſerer Leute Märtyrer deſ⸗ ſelben werden, und ich überdieß mehr als drei tauſend Meilen von einer wtſſenſchaftlichen, ärztlichen Hülfe ent⸗ fernt war, entſchloß ich mich, das unangenehme Mittel anzuwenden, und fing die Operation am folgenden Morgen an. Der Indianer machte zuerſt etne Oeff⸗ nung in das Eis, die hinlänglich für uns beide war, worauf er mir ein Signal gab, daß Alles in Bereit⸗ ſchaft ſey. In ein weites Büffelkleid gehüllt, begab ich mich an den Ort, warf meine Hülle ab, und wir beide ſprangen in die ſchauerlich kalte Oefſnung hinab. Er fing ſogleich an, mir Schultern, Rücken und Seiten zu reiben, indeß ſich Eiszapfen an meine Haare anſetzten, und während er mir die untern Glieder rieb, wurde mein Geſicht, Hals und Schultern mit Eis überzogen. Als ich erlö'ſt wurde, wickele ich mich in eine wollene Decke ein