Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Einzelbild herunterladen

210

In dem Anfange des Gefechtes focht Koſato, der Re⸗ negat, eher mit Wuth als mit Tapferkeit, indem er die Andern ſowohl durch Worte als durch Thaten anfeuerte; eine Büchſenkugel jedoch, die er in den Kopf erhielt, ſtrecte ihn bewußtlos zu Boden. Hier blieb ſein Kör⸗ per liegen, als das Gefecht vorüber war, und die Sie⸗

ger die Pferde fortführten. Sein unglückliches Weib

hing über ihm, und jammerte. Die Sieger hielten ein, und drangen in ſie, den lebloſen Renegaten zu verlaſſen und mit ihnen zu ihren Verwandten zurückzukehren; ſie wegerte ſich jedoch, ihren Bitten Gehör zu geben und ſie gingen weg. Während ſie ſo da ſaß, und Koſato's Züge betrach⸗

tend, ſich einem leidenſchaftlichen Schmerze überließ, glaubte ſie zu bemerken, daß er athme, und ſie hatte ſich nicht geirrt. Die Kugel, die, ehe ſie ihn traf, bei⸗ nahe matt geweſen war, hatte ihn nur betäubt, ſtatt ihn zu tödten; durch die Pflege ſeines treuen Weibes er⸗ holte er ſich nach und nach, und lebte, zu verdoppelter Liebe gegen ſie und zwiefachem Haſſe gegen ſeinen Stamm, wieder auf.

Was das Weib anbelangt, die ihren Mann ſo tapfer vertheidigt hatte, ſo ward ſie von ihrem Volke zu einem weit über ihr Geſchlecht gehenden Range erhoben, und es wurde ihr, neben andern ehrbaren Auszeichnungen, erlaubt, hinführo Theil an den kriegeriſchen Tänzen der Braven zu nehmen.

ʒ:·