— 188—
Sie liebte mich!— Zu wiſſen, daß Vergang'nes Unwiderbringlich uns verloren iſt!—.
Nie werd' ich ſie mehr ſehen! Ihre Hand
Die ich gedrückt, ihr Mund, der meine Stirn' Berührt, o ſchöner, armer Engel du!—
So troſtlos und verzweifelnd hier zu ſterben! Ihr Kleid, an welchem jede Falte Anmuth;
Ihr Fuß, der, wenn er ſanft vorbeiglitt, mich Durchrieſelte; ihr Blick, worin mein Auge Halbzagend ſich berauſchte; ihre Stimme,
Ihr Lächeln,— nichts von allen Dem ſoll ich Mehr ſeh'n, nichts hören dürfen!— Nein, es kann, Es kann nicht ſein!
(Er greift langſam und zagend nach der Phiole; in dem Augenblicke, als er ſie zum Munde führen will, öffnet ſich die hintere Tbüre und berein tritt die Königin; weißer Anzug worüber ein dunkler Mantel, deſſene Kaputze auf die Achſel herabfällt und das bleiche Geſicht ſeben läßt. In der Hand hält ſie eine Blend⸗ laterne, die ſie auf die Erde ſtellt und raſch auf Ruy Blas zugeht.)
Zweiter Auftritt. Ruy Blas, die Königin.
2
Königin (eintretend.) Don Cäſar!


