XI. Die beiden Schützen.
Dames, ayez un conte lamentable, Baiſ. Damen, hört eine klägliche Geſchichte.
Es war die Zeit der Nacht, voll Finſterniß und Schrecken, Wo man bei jedem Schritt befürchtet aufzuwecken Dämonen, die noch trunken vom Hexenſabbath ſind; Die Zeit, in der man zu den Anderen ſpricht leiſe
Und wo der Wanderer ſich ſputet auf der Reiſe, Damit den Ausgang er der Schlucht gewinnt.
Es gingen zwei Wildſchützen, dort in des Thales Grunde, Wo Ihr den alten Thurm noch einſam ſeht, zur Stunde, Der, als nach Paläſtina zog unſ'rer Könige Heer.
Von einem Eremiten, wie unſ're Väter ſagen,
Bloß mit des Kreuzes Zeichen gebaut ward in drei Tagen und Nächten, keine Stunde mehr.— 4
Die Beiden zündeten, obwohl juſt nicht geheuer
War Zeit und Ort, zum Mahl ſich furchtlos an ein Feuer, Und ſetzten ſich, da ſie ihr Waldhorn abgelegt,
Hin auf ein Heil'genbild von Stein, das ſeine Hände Gefaltet hielt und ſchien, als ob ſich's betend wende Im Staube, und noch ſeine Lippen regt'.


