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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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An die Comteſſe A. H.

Als ich eines Tages ſüß Tönen ließ Meine Leier tief im Holze, Nahet eine Taube leis, Setzt ſich weiß Auf die Lei'r von Ebenholze.

Doch anſtatt das Ohr zu leih'n Meloden'n,

Die ſie ſonſt vernahm ſo gerne, Fragt die Taube, welche klagt, Nur verzagt

Nach dem Gatten, welcher ferne.

Sainte⸗Beuve.

Lächelnd und friedlich welch ein Traumbild auch

Im Schatten jetzt, o Schweſter, deinem Aug'

Sich zeigt: des Glücks nur, welches bald dir blühet, Verkünd'ger iſt es!— Einem Gatten fern,

Der nur Geliebter noch, o träume gern

Die Nacht, die dich zuletzt als Jungfrau ſiehet!

Wir fleh'n für dich! o, ſchlumm're ſorgenlos! Du ſollteſt unſer ſein; es war dein Loos, Das unabwendbar dir der Himmel ſandte! Bald meine Schweſter nennt der Altar dich, Doch nur als Echo meiner Bruſt, die mich Schon lange deinen Bruder nannte.