Bald kannſt du mir entriſſen ſein! mit Beben Denk' ich's— ſchon morgen muß ich einſam zieh'n. Weh,, ſchon iſt Alles trüb' in meinem Leben!
Ich mußte lieben dich, und muß dich flieh'n!
Dann— über mein Haupt, was dich könnte kränken! In der Entfernung abwärts bald läßt ſich
Ein ſüß Gefühl durch neue Wünſche lenken:
Du wirſt vergeſſen in der Freude mich,
Ich werd' im Grabe dein gedenken.
Ja, ſterben werd' ich! Trauerklänge weh'n
Durch meine Saiten ſchon! doch ohne Grauen
Scheid' ich; dem Ruhm in's Aug' wagt' ich zu ſchauen, Drum in der Näh' auch kann den Sarg ich ſeh'n. Dem Orkus nah Elyſiums Gefilde!
Und Ruhm und Tod ſind nur zwei Truggebilde,
Die feſtlich und in Trauer geh'n!
Leb' glücklich, junge Freundin! in dem Hafen Des Friedens freue ſchöner Tage dich! Geh', läſſig auf dem Strom der Zeit entſchlafen, Laß abwärts wälzen ſeine Wellen ſich! December 1819.


