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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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D Gott! ich weint' auf meines Lagers Kiſſen, Und weinte nicht an einer Mutter Herz. Endloſer Qual verfallnes Opfer, mußte,

Vom Stamm geriſſen, wie ein junger Aſt, Langſam ich welken, in der Acht, und wußte Nicht, welch Verbrechen meiner Wiege Laſt.

Doch Anderes auch hab' ich aufgehoben

In meiner Seel, eh' mich dies Harte traf; Geräuſch des Ruhmes hört' ich um mich toben, Ein frohes Volk bewachte meinen Schlaf.

Da, auf einmal, ſah ich mein Licht erblaſſen, Nicht hielt die Zukunft, was ſie mir verſprach; Ich war ein Kind nur, wehrlos und verlaſſen, O Gott! und Feinde ſtelleten mir nach.

Lebendig hat man mich in Nacht begraben;

Vor Thränen ſah mein Aug' die Sonne nicht; Doch, die ich hier euch wieder finde, Knaben

Des Himmels, euch zeigt' mir manch Traumgeſicht. Geknickt von Mörderhand, mußt' ich vergehen Langſam,— doch glücklich ſind die Böſen ſtets;

O Herr! ſei nicht, wie ſie, taub für mein Flehen! Für ſie ja fleh' ich, Hörer des Gebets!“

Drauf Engellied:„Betritt die heil'gen Schwellen! Ein Stern ſoll deine ſchöne Stirn erhellen.