Was! unbedacht ſind meine Lieder? Soll ich in dieſer Schreckenszeit Taub ſein dem Klagruf meiner Brüder,
Und jammern nur um eignes Leid?
Nein, heimathlos aus freiem Willen, Durchſchweift der Dichter, Schmerz zu ſtillen, Die Länder; keines, das ihn hält!
Im Drang der Völker und der Heere
Steht er, die Lyra ſeine Wehre,
Wie Orpheus in der Unterwelt.
„Orpheus erlöst' an Ais Thoren
Die Schattenwelt— minutenlang. Du aber ſingſt in Sünderohren
Der Reue finſtern Grabgeſang. Wahnſinniger! hör auf, zu dichten! Willſt du in der Arena richten,
Eh' du dir ſelber Kränze raubſt?
O Rüger, kaum der Amm entlaufen, Laß deine Unſchuld Jahre kaufen, Eh' du an deine Tugend glaubſt.“
Wenn das Verbrechen, als ein Drache, Straflos und frech die Welt durchzieht, Dann übt Apollo ſelber Rache,
Die Muſe wird zur Eumenid'.
Dem Gotte, dem ich mich ergeben,


