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Saverny.
Gut. 3 (lachend.) Zwanzig Jahr alt,
Sich im September wiſſen und Oktober Nicht mehr erleben,— iſt das nicht verdrießlich? Didier(ein Portrait in der Hand haltend, im Vorder⸗ grunde der Bühne unbeweglich und wie in eine tiefe Betrachtung vertieft.) Komm! Sieh mich an! In meine Augen deine! — Sol— Wie ſie ſchön iſt!— Welcher ſelt'ne Reiz! Ein Weib?— Nein, das iſt eines Engels Stirn. Gott ſelbſt, als er den reinen Zlick ihr gab, Legte mit ſtärk'rer Gluty auch größre Schaam Hinein— der Kindermund— den ſüße Laune Halb öffnet, zittert noch von Unſchuld!.... (Er wirft das Vild⸗ hefrig auf die Erde.) Wey! Warum hat meine Amme mir denn nicht, Statt daß ſie ſich des armen Finduings annahm, Die Stirne auf dem Pflaſter eingeſchlagen? Was that ich meiner Mutter, daß ſie mich gebar? Weshalb war die Unglückliche,— vielleicht Noch mehr,— ſtatt daß ſie mich von ihrer Bruſt Verbannte, die mich nähren, waͤrmen follte, Nicht ſo viel Mutter, um mich zu erſticken? Saverny(aus dem Hintergrunde kommend.) Seht doch, wie niedrig jene Schwalbe fliegt! Es wird heut' Abend regnen. 18*


