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nen Bruder auszugeben. Dieſer Podeſta iſt in deine arme Tisbe verliebt; er hält uns, er will uns nicht freigeben. Und dann zittre ich immer: er entdecke, wer du eigentlich ſeieſt. O, welche Marter! doch gleichviel! Nichts wird er von mir erlangen, dieſer Tyrann; du biſt deſſen gewiß, gelt, Rodolfo? Und doch will ich, daß du dich darüber beunruhigſt, daß du anfangs auf mich eiferſuͤchtig werdeſt.
Rodolfo. Ihr ſeid eine herrliche, reizende Frau!
Tisbe. Aber ich bin auf dich eiferſüchtig, ſiehſt du?— ich. O über dieſen Angelo Malipieri, dieſen Venezianer, der mir auch von Eiferſucht ſpricht, dieſen Menſchen, der ſich einbildet, eiferſüchtig zu ſein und, Gott weiß, was für andre Dinge hineinmengt! Ah, Signor, wenn man eiferſüchtig iſt, hat man nicht Ve⸗ nedig, nicht den Rath der Zehn vor Augen, nicht die Sbirren, die Spione, den Canal Orfano,— nur ein einziges Ding: die Eiferſucht. Ich kann dich mit andern
Frauen nicht einmal ſprechen ſehen, Rodolfo; es thut
mir ſchon weh. Was für ein Recht haben ſie, Worte von dir zu erhalten?— Oh, eine Nebenbuhlerin. Gib mir nie eine Nebenbuhlerin; ich würde ſie tödten.— Denk' nur: Ich liebe dich, du biſt der einzige Mann, den ich je liebte. Mein Leben, ſo lang beſchattet, jetzt prunkt es in Sonnenglanz, du biſt mir das Licht, deine Liebe ging als Sonne über mir auf. Die andern Männer
hatten mich vereist. O warum hab' ich dich nicht vor


