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über Leben und Tod, unbeſchränkte Herrſchaft, unbe⸗ ſchränkte Freiheit. Venedig hat Euch hierher geſandt, und überall wo man Euch erblickt, ſcheint's, daß man das Antlitz und die Majeſtat dieſer Republik ſchaue. Wandelt Ihr auf der Straße, Signor, ſo ſchließen ſich alle Fenſter, ſo weicht Euch jeder Vorübergehende aus dem Wege, ſo zittert der ganze Inhalt des Hauſes. Ach, dieſe armen Paduaner behaupten ihr ſtolz⸗ruhiges Weſen vor Euch kümmerlicher, als wenn ſie Unterthanen von Konſtanti⸗ nopel wären, und Ihr— der Türke. Ja, ſo iſt's. Ah, ich bin in Brescia geweſen. Da war's ein anderes Ding. Venedig würde es nicht wagen, Brescia ſo zu behandeln wie Padua; Brescia würde ſich dagegen— wehren! Wenn Venedig's Arm ſchlägt, beißt Brescia; Padua leckt; pfui der Schande!— Doch, Signor, obgleich Ihr hier der Herr und Meiſter von aller Welt ſeid und ob Ihr auch der meinige zu ſein behauptet,— will ich Euch die Wahr⸗ heit ſagen,— hört mich nur an,— nicht über Ange⸗ legenheiten des Staates,— fürchtet's nicht,— nein, über Eure eigne. Somit ſag' ich Euch denn: Ihr ſeid ein ſeltſamer Mann, ich begreife Euch in nichts; Ihr ſeid in mich verliebt und auf Eure Frau— eiferſüchtig.
Angelo. Auch auf Euch, Signora.
Tisbe. Lieber Gott, Ihr braucht mir das nicht erſt zu ſagen. Und doch— habt Ihr kein Recht dazu, denn ich gehöre ja nicht Euch. Ich gelte wohl hier für 4


