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Eine Reise auf den Prairien / von Washington Irving
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Nach einem kurzen Ritte überſchritten wir einen ſchmalen, tiefen Bach, über welchen eine gute Brücke, die Ueberbleibſel eines alten Biberdammes, führte. Die fleißige Familie, welche ihn gebaut hatte, war ganz aus⸗ gerottet worden. Ueber uns verkündigte ein langer Flug wilder Gänſe, hoch in der Luft dahin ſtreifend und ein gräßliches Geſchrei vollführend, das ſchwindende Jahr.

Gegen halb zehn Uhr machten wir in einem Walde, wo es Traubenerbſen im Ueberfluſſe gab, Halt. Hier ließen wir die Pferde frei weiden; ein Feuer wurde an⸗ gemacht, aus dem nahen Quell Waſſer geholt und bald hatte Toniſch, unſer kleine Franzoſe, einen Topf mit Kaffee zu unſerer Erfriſchung fertig. Während wir ihn koſteten, kam ein alter Oſage zu uns, der zu einer klei⸗ nen Jagdgeſellſchaft gehörte, welche kürzlich dieſes Wegs gekommen war. Er ſuchte ſein Pferd, das geſtohlen worden war, oder ſich verlaufen hatte. Beatte, unſer Meſtize, machte ein ſchiefes Geſicht, als er hörte, daß die Oſage⸗Jäger in dieſer Richtung wären.„Ehe wir an dieſen Jägern vorüber ſind“, ſagte er,„werden wir keine Büffel ſehen. Sie ſchrecken alles hinweg, wie eine brennende Prairie.⸗ 3

Als das Frühſtück eingenommen war, unterhielt ſich die Geſellſchaft auf manchfache Weiſe. Einige ſchoſſen mit ihren Büchſen nach einem bezeichneten Punkte, an⸗ dere legten ſich und ſchliefen, in dem tiefen Laubbett halb begraben und mit den Köpfen auf den Sätteln ru⸗ hend; andere plauderten um ein Feuer, das an einem