Viertes Kapitel.
Wie die Philoſovhen große Arbeit gehabr, Amerika zu bevöl⸗ kern, und wie die Eingebornen— zum großen Troſte des Autors— durch Zufall erzeugt wurden.
Wie viele Gaͤnſeſchwingen ſind nicht geplündert, wie viele Seen von Dinte nicht ausgeſchrieben, wie viele Köpfe von Gelehrten nicht ausgeleert und völlig verwirrt worden, um ſo viele Millionen Mitgeſchöpfe, wie die al⸗ ten Amerikaner, dem von andern Philoſophen über ſie verhängten Nichts zu entreißen. Ueber alle Folianten, Quartanten, Octavbände ſteigen wir hinweg und kommen in der Geſchichte bei den naͤchſt competenten Reclamanten, den Nachkommen Abrahams an.
Chriſtoval Colon zog bei der Entdeckung der Gold⸗ minen von Hispaniola auf der Stelle und mit einer Schärfe, die einem Philoſophen Ehre gemacht haben würde, den Schluß, daß er das alte Ophir Salomo's gefunden habe; er glaubte ſogar die Schmelzöfen der He⸗ bräer in vorhandenen Ueberreſten zu erkennen.
Sogleich wurde dies von den Gründlingen der Ge⸗ lehrſamkeit aufgefaßt, beſonders von Vetablus und Ro⸗ bertus Stephens; Arius Montanus behauptete, Mexico ſey das wahre Ophir und die Juden die älteſten Ameri⸗ kaner. Poſſevin, Becan und andre ſcharſſinnige Autoren führen zu dem Ende eine vermuthete Prophezeihung im 4. Buch Esräs an, die ihrer Anſicht, als Grundſtein ih⸗ res Stütpfeilers, unerſchütterliche Dauer gibt.


