Teil eines Werkes 
10.-12. Bdchen (1829)
Einzelbild herunterladen

412

Encyelopaͤdie von Erſch und Gruber im Art. Atlantis mit⸗ theilt. Die Inſel lag im atlantiſchen Ocean und war groͤ⸗ ßer als Aſien und Libyen(Afrika) zuſammen genommen. Neptun erhielt dieſe Inſel zu ſeinem Eigenthum und zeugte mit Klito, der Tochter des Evenor und der Leucſppe, welche dort aus der Erde gewachſen waren, fuͤnf Paar Soͤhne. Nachdem er die Inſel zehnfach getheilt hatte, gab er jedem Sohn einen Theil. Dem äͤlteſten, Atlas, wies er die Mitte der Inſel und uͤberhaupt den groͤßten und ſchoͤnſten Theil an, und machte ihn zum Koͤnig über das Ganze. Ihre Nachkommen bluͤhten hier viele Menſchenal⸗ ter und breiteten ihre Herrſchaft noch auf andere Inſeln, und ſogar bis nach Hetrurien und Egypten aus. Als ſie auch nach Griechenland vordringen wollten, wurden ſie durch die Athenaͤer und ihre Bundesgenoſſen heldenmuͤthig zuruͤck⸗ gedraͤngt. Dieſes Reich des Atlas war ein Ideal weiſer, guter Verfaſſung, geſegnet durch Ueberfluß an Menſchen und mannichfaltigen Thieren, an Reichthum und Herrlich⸗ keit, ſtark durch Heere und Flotten, ausgezeichnet durch vollendete Wiſſenſchaften, Küͤnſte und Meiſterwerke, kurz ein Reich, in welchem die Einwohner unter der Herrſchaft der Nachkommen des Atlas das behaglichſte, beneidenswertheſte Leben fuͤhrten, bis ſie in Sittenloſigkeit und Laſter aus⸗ ſchweiften. Da vernichteten Erdbeben und Ueberſchwemmun⸗ gen in einem Tage und einer Nacht die Inſel Atlantis, und an ihre Stelle trat ein dicker Brei, welcher die Schiff⸗ fahrt in dieſes Meer fernerhin unmoͤglich machte. Zu glei⸗ cher Zeit wurden auch in Grlechenland die Bevoͤlkerung,