werde, daß er alle vorige Aergerlichkeiten und Zwiſte ver⸗ geſſen und in ein freundliches Benehmen mit Don Diego treten ſolle. Unter anderen Handlungen der Gerechtigkeit wurde ihm die Anerkennung ſeines Rechts gewaͤhrt, daß er ſein Amt als Vicekoͤnig und Gouverneur der Inſel Hispa⸗ niola und aller Plaͤtze, die ſein Vater entdeckt habe, aus⸗ uͤben ſolle, ⁴)
Seine Gewalt ward jedoch durch neue Reglements ſehr vermindert, und ihm ein Oberaufſeher uͤbergeordnet, mit
dem Recht, dem Rathe Angaben gegen ihn mitzutheilen,
*
doch mit keiner anderen Gewalt. Don Diego ſegelte im Anfang Septembers 1520 ab, und als er bei ſeiner An⸗ kunft in San Domingo fand, daß mehrere der Gouverneurs, durch ſeine lange Abweſenheit verwoͤhnt, ſich unabhaͤngig gemacht und ihre Gewalt mißbraucht hatten, ſandte er
ſogleich Leute ab, um ſie abzuſetzen und verlangte Rechen⸗
ſchaft von ihrer Verwaltung. Dieſes zog ihm eine Menge
heftiger und maͤchtiger Feinde ſowohl in den Colonien, als auch in Spanien zu.
Waͤhrend der Abweſenheit bes Admirals hatte es in Hispaniola große Veraͤnderungen gegeben. Die Minen
wurden vernachlaͤſſigt, da man den Bau des Zuckerrohrs
als eine ergiebigere Quelle des Wohlſtandes kennen gelernt hatte. Es wurde zum Sprichwort in Spanien, daß die praͤchtigen Palaͤſte, welche Carl V. in Madrid und Toledo errichtete, von dem Zucker Hispaniola's gebaut ſehen. Von
*) Herrera decad, 2. 1. IX. e. 7.


