ihren Frauen begleiteten ſie; auch manches junge Fraͤulein von Rang und Familie, mehr durch Geburt als durch Ver⸗ moͤgen ausgszeichnet, wurde mit in die neue Welt hinuͤber⸗ geſchickt, um dort einen reichen Gemahl zu finden.*)
Obgleich der Koͤnig dem Don Diego die Wuͤrde als Vicekoͤnig nicht gewaͤhrt hatte, ſo gab man ihm doch aus Hoͤflichkeit dieſen Titel und ſeine Gemahlin wurde allgemein mit demſelben angeredet.
Don Diego fing ſeine Herrſchaft mit einem in der Co⸗ lonie bis dahin nicht geſehenen Glanze an. Die Vicekoͤnigin, welche eine Dame von großen Eigenſchaften war, bildete mit den edlen Rittern und jungen Fraͤuleins von Stande, die ſich in ihrem Gefolge befanden, eine Art von Hof, welcher einen gewiſſen Glanz uͤber die halbcultivirte Inſel verbrei⸗ tete. Die jungen Damen vermaͤhlten ſich bald mit den reichſten Coloniſten und trugen viel dazu bei, die rohen Sitten zu mildern, die in einem Zuſtande der Geſellſchaft uͤberhand genommen hatten, dem es bis dahin an dem heil⸗ ſamen Zwang und der gefaͤlligen Wohlanſtaͤndigkeit gebrach, welche der Einfluß der Frauen erzeugt.
Don Diego hatte ſeine Anſtellung in dem Lichte eines Vice⸗Koͤnigreiches betrachtet, aber der Koͤnig traf bald Maßregeln, welche zeigten, daß er dieſe Meinung nicht aufkommen laſſen wolle. Ohne ſich um Diego zu bekuͤm⸗ mern, theilte er den Iſthmus von Darien in zwei große Provinzen mittelſt einer ideellen Linie bei dem Meerbuſen
*) Las Casas, 1. II. cap. 49. MS,


