Der Vater und der Oheim des Fraͤuleins waren die maͤch⸗ tigſten Granden des ſtolzen Koͤnigreichs Spanien und des Koͤnigs Ferdinand lelbliche Vettern. Der Ruhm jedoch, welchen Columbus ſeinen Kindern nachgelaſſen, und ſeine ganz neuerlich von dem Gerichtshofe beſtaͤtigten Anſpruͤche gaben dem Diego anſehnliche Wuͤrden und hinlaͤngliche Reich⸗ thuͤmer, um ihm Ausſichten auf die erhabenſte Verbindung zu eroͤffnen. Er fand keine Schwierigkeiten, als er ſich um die Hand dieſer Dame bewarb, und ſo ward die fremde Fa⸗ milie des Columbus auf einem der ſtolzeſten Staͤmme Spa⸗ niens einheimiſch gemacht. Die natuͤrliche Folge blieb nicht aus. Diego hatte jenes magiſche Band„Verwandtſchaft“ gefunden, und die Gunſt Ferdinands, welche ſich ſo lange dem Sohne des Columbus verſchloſſen hatte, beſtrahlte ihn nun, wenn auch kalt, als den Neffen des Herzogs von Alba. Dem Vater und dem Oheim ſeiner Braut gluͤckte es, wie⸗ wohl erſt nach ſchwierigen Kaͤmpfen, das Widerſtreben des Monarchen zu beſiegen, und am Ende gewaͤhrte dieſer doch nur theilweiſe die ihm abgenoͤtyigte Handlung der Gerechtig⸗ keit. Er trat an Don Diego nur die Wuͤrden und Voll⸗ machten ab, welche Nicolas de Ovando genoſſen hatte, den er zuruͤckberief; wohlweislich aber verſagte er ihm den Ti⸗ tel als Vicekoͤnig.
Die Zurüͤckberufung Ovando's war nicht bloß eine Maß⸗ regel, um dem Don Diego Platz zu machen; es war die ſpaͤte Erfuͤllung eines Verſprechens, welches er der Koͤnigin auf dem Todbette gegeben hatte. Die ſterbende Monarchin hatte ſie als Strafe fuͤr das Morden ihrer armen indiani⸗


