verkünden.„Seine Seele,“ bemerkt ein ſpaniſcher Schrift⸗ ſteller,„ſtand uͤber dem Zeitalter, in welchem er lebte. Ihm
war die große Unternehmung vorbehalten, dieſes Meer zu durchſchiffen, welches zu ſo vielen Fabeln Anlaß gegeben
hatte, und das Geheimniß ſeines Zeitalters zu entziffern.“*)
Bei allem traͤumeriſchen Feuer ſeiner Phantaſie blieben doch ſeine ſuͤßeſten Traͤume weit hinter der Wirklichkeit. Er ſtarb in Unbekanntſchaft mit der wahren Groͤße ſeiner Entdeckung. Bis zu ſeinem letzten Athemzuge blieb er der Ueberzeugung, daß er nur einen neuen Weg zu den alten reichen Maͤrkten des Handels gefunden und einige von den wilden Regionen des Morgenlandes entdeckt habe. Er hielt Hispaniola fuͤr das Ophir der Alten, welches die Schiffe Salomo's beſucht hatten, und glaubte, Cuba und das Feſt⸗ land ſeyen nur die aͤußerſten Enden von Aſien. Welche Bilder des Ruhms wuͤrden ſich ſeiner Seele gezeigt haben, wenn er— haͤtte, daß er wirklich der Entdecker eines neuen Welttheiles ſey, der der alten Welt an Groͤße gleich⸗ komme und durch zwei große Weltmeere von dem, den civiliſirten Voͤlkern bisher bekannten Erdkreiſe getrennt ſey. Und welcher Troſt waͤre es geworden fuͤr ſeinen Geiſt, un⸗ ter dem Druck des Alters und den Sorgen aller Entbeh⸗ rungen, bei den Vernachlaͤſſigungen der unbeſtaͤndigen Volks⸗ gunſt und der Ungerechtigkeit eines undankbaren Koͤnigs, wenn er die herrlichen Reiche haͤtte ahnen koͤnnen, welche ſich uͤber die ſchoͤne Welt, die er entdeckt, ausbreiten ſollten; wenn er im Geiſte die Nationen und Zungen und Sprachen geſehen haͤtte, welche ihre Laͤnder von ſeinem Ruhm wider⸗ hallen laſſen und ſeinen Namen verehren und ſegnen bis auf die ſpaͤteſte Nachwelt. 8
*) Cladera investigaciones historicas, p. 44.


