— 387—
gen einer ſchleunigen und guͤnſtigen Beendigung ihrer Aus⸗ einanderſetzung ertheilt.
Inmittelſt neigten ſich die Sorgen und Leiden des Co⸗ lumbus zu ihrem Ende. Das augenblickliche Feuer, welches ihn neu belebt hatte, ſchwand bald dahin, von ſeiner ver⸗ mehrten Koͤrperſchwachheit ausgeloͤſcht. Unmittelbar nach der Abreiſe des Adelantado nahm ſeine Krankheit einen hef⸗ tigen Charakter an. Die letzte Reiſe hatte ſeinen durch ein Leben voll Erduldungen ſchon ganz muͤrben und hinfälligen Körper unerrettbar erſchuͤttert, und ſeit ſeiner Ruͤckkehr hatte eine Reihe von Bekuͤmmerniſſen ihm die ſo noͤthige Ruhe zur Erholung von den Schwaͤchen und Hinfaͤlligkeitan ſeines Alters geraubt. Der kalte Undank ſeines Monarchen hatte ſein Herz froͤſtelnd ergriffen. Die fortgeſetzte Aus⸗ ſchließung von ſeinen Ehren und die Feindſchaft und Ver⸗ laͤumdung, welche er uͤberall erfuhr, ſchienen einen tiefen Schatten auf jenen Ruhm geworfen zu haben, welcher der große Gegenſtand ſeines Ehrgeizes geweſen war. Dieſer Schatten konnte zwar nur voruͤbergehend ſeyn; aber es iſt ſchwierig auch fuͤr den erhabenſten Mann, uͤber die Wolke, welche augenblicklich ſeinen Ruhm verdunkelt, hinauszublik⸗ ken und ſeinen unvergaͤnglichen Glanz in der Bewunderung der Nachwelt zu erkennen.
Von zunehmender Schwaͤche, von erhoͤheten Leiden ge⸗ mahnt, daß ſein Ende herannahe, bereitete er ſeine Angels⸗ genheiten zum Wohle ſeiner Nachkommen.
Es heißt, er habe am 4. Mai ein unguͤltig befundenes Teſtament auf das weiße Blatt eines kleinen Breviers nie⸗


