fing man auf mehreren Inſtrumenten eine Kriegsmuſik zu ſpielen an, woruͤber die Indianer ſehr entzuͤckt waren. Ihre Bewunderung vermehrte ſich, wie ſie an Bord der Cara⸗ vele kamen. An ihre einfachen und duͤrftigen Canoes ge⸗ woͤhnt, ſchien hier jedes Ding wunderbar dauerhaft und com⸗ plicirt zu ſeyn und auf einer hohen wunderſamen Stufe der Vollendung zu ſtehen. Wie aber die Anker gelichtet und die Segel ausgebreitet wurden und dieſer Coloß, von einem ſanften Zephir unterſtüͤtzt, ſich augenſcheinlich von ſelbſt mit ſeinen Fluͤgeln fortbewegte, wie ſie ihn von einer Seite zur andern ſteuern und gleich einem großen Ungeheuer im brei⸗ ten Meeresraume ſpielen ſahen, da blickten ſich Bruder und Schweſter mit ſtummem Erſtaunen an.*) Nichts ſcheint das Gemuͤth dieſes ſtoiſchen Wilden mit groͤßerer Bewun⸗ derung erfuͤllt zu haben, als der erhabene und ſchoͤne Triumph des menſchlichen Geiſtes, ein Schiff unter Segeln.
Nachdem der Adelantado die Caravele befrachtet und abgeſandt hatte, theilte er viele Geſchenke an Behechio, ſeine Schweſter und ihr Gefolge aus, und nahm dann Abſchied von ihnen, um zu Lande mit ſeinen Truppen nach Iſabella zuruͤckzukehren. Anacaona zeigte große Betruͤbniß bei ihrer Abreiſe und bat, daß ſie doch noch einige Zeit dei ihnen bleiben moͤchten; indem ſie zu beſorgen ſchien, es moͤchte ihnen der demüthige Verſuch, ihm zu gefallen, nicht ge⸗
*) Peter Mortyr decad. 1. 1. V. Herrera decad. 1, 1. III. c. 6.


