Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1828)
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ſtimmten Stunde der Nacht plöͤtzlich in die Doͤrfer einzu⸗ brechen, wo ſie im Schlaf lagen, ſie unbewaffnet und un⸗ vermuthet zu uͤberfallen, und die Caziken gebunden als Ge⸗ fangene zu ihm bringen, ehe ihre Unterthanen ſich zu ihrer Vertheidigung ſammeln koͤnnten. Da Guarioner die wich⸗ tigſte Perſon und ſeine Gefangennehmung wahrſcheinlich mit den meiſten Schwierigkeiten verknuͤpft war, ſo uͤber⸗ nahm ſie der Adelantado ſelbſt an der Spitze von hundert Mann.

Dieſe kluge Kriegsliſt, auf die Kenntniß der Anhaͤnglich⸗ keit der Indianer an ihre Haͤuptlinge gegruͤndet und darauf berechnet, großes Blutvergießen zu verhuͤten, hatte den be⸗ ſten Erfolg. Da die Doͤrfer keine Mauern noch andere Vertheidigungsanſtalten beſaßen, wurden ſie in aller Stille um Mitternacht betreten, die Spanier ſtuͤrzten ploͤtzlich in die Haͤuſer, wo die Caziken reſidirten, ergriffen und banden

ſie, vierzehn an der Zahl, und fuͤhrten ſie als Gefangene davon nach dem Fort, ehe noch Anſtalten zu ihrer Ver⸗ theidigung oder Befreiung getroffen werden konnten. Die Indianer, vor Schrecken und Verwirrung außer ſich, leiſte⸗ ten keinen Widerſtand noch irgend feindſelige Gegenwehr; umgaben die Feſtung in großem Gedraͤnge, doch ohne Waf⸗ fen, erfuͤllten die Luͤfte mit klazlichem Heulen und Jammern, und flehten um die Wiederbefreiung ihrer Haͤuptlinge. Der Adelantado vollendete die Expedition mit dem Geiſte der Klugheit und Maͤßigung, welchen er bis dahin bewieſen hatte. Er erhielt Kenntniß von den Urſachen, weliche dieſe