Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1828)
Einzelbild herunterladen

— 367—

durch einen der Spanier von einigem Anſehen verfuͤhrt oder ſchmachvoll behandelt, und der empoͤrte Cazike verlor damit allen Glauben an eine Religion, die, wie er voraus⸗ ſetzte, ſolche Schandthaten zulaſſe. Als die Miſſionaͤre jede Hoffnung aufgeben mußten, die Bekehrung des Guarioner zu bewerkſtelligen, zogen ſie in die Territorien eines anderen Caziken und nahmen den Juan Mateo, ihren indianiſchen Chriſten mit. Vor ihrer Abreiſe errichteten ſie eine kleine Kapelle und verſahen ſie mit einem Altar, einem Cruziſix und mit Heiligenbildern zum Gebrauch der Familie des Mateo.

Kaum waren die Kloſterbruͤder abgereiſt, ſo gingen einige Indianer in die Kapelle, brachen die Bilder in Stuͤcke, tra⸗ ten ſie mit Fuͤßen und begeuben ſie in einem benachbarten Feld. Dieſes geſchah, wie es hieß, auf Befehl des Gua⸗ rioner, um der heiligen Religion, der er abtruͤnnig gewor⸗ den war, ſeine Verachtung zu bezeugen. Eine Klage uͤber dieſe Gewaltthat kam vor den Adelantado, und dieſer be⸗ fahl, daß auf der Stelle ein Proeeß eingeleitet und die, welche ſchuldig befunden wuͤrden, nach dem Geſetz beſtraft werden ſollten. Es war eine Zeit großer Strenge in geiſt⸗ lichen Dingen, beſonders bei den Spaniern. In Spanien wurde jede Ketzerei, jede Abtruͤnnigkeit vom Glauben und jede gotteslaͤſterliche Handlung, ſey es von Mohren oder Juden, mit dem Feuertode auf dem Holzſtoß beſtraft. Die⸗ ſes war das Schickſal der armen unwiſſenden Indianer, die man dieſes Schimpfes gegen die Kirche uͤberfuͤhrte. Es iſt noch die Frage, ob Guarionex bei dieſer Beleidigung