Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1828)
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welches bis halb auf die Kniee herabreichte; die jungen Maͤd⸗ chen waren ganz unbekleidet und trugen nur ein Netz um die Stirn, und das Haar floß auf die Schultern herab. Sie waren von ſchoͤnem Ebenmaß, ihre Haut weich und zart und von einer angenehmen klarbraunen Farbe. Nach dem alten Peter Martyr war es den Spaniern, wie ſie dieſelben aus ihren gruͤnen Waͤldern kommen ſahen, als ſaͤ⸗ hen ſie die erdichteten Dryaden oder Nymphen des Ortes oder Feen der Quellen, von denen die alten Poeten ſingen.*) Sie kamen bis vor Don Bartholomeo, knieeten nieder und uͤberreichten ihm die gruͤnen Zweige. Nach ihnen naͤherte ſich die Cazikin Anacaona, die auf einer Art von leichter Saͤnfte ruhte, welche von ſechs Indianern getragen wurde. Wie die uͤbrigen Weiber hatte ſie keine andere Bekleidung als eine Schuͤrze von buntfarbigem Baumwollenzeuch. Sie trug um den Kopf einen duftenden Kranz von rothen und wei⸗ ßen Blumen und Bluͤthen von demſelben Schmuck um den Hals und die Arme. Sie empfing den Adelantado und ſeine Begleiter mit jener natuͤrlichen Feinheit und Artigkeit, wo⸗ fuͤr ſie bekannt war; ſie zeigte keine feindſelige Geſinnung gegen ſie wegen des Schickſals, welches ihr Gemahl in ihren Haͤnden erfahren. Im Gegentheil ſchien ſie von An⸗ fang gegen die Fremden große Bewunderung und aufrich⸗ tige Freundſchaft zu hegen.

Der Adelantado und ſeine Officiere wurden in das Haus des Behechio gefuͤhrt, wo eine Mahlzeit aufgetragen war

*) Peter Martyr decad. 1. lib. V.