Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1828)
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— 376— Glaubens. Um indeſſen allen ſtreitigen Intereſſen zwiſchen

den beiden Maͤchten in dem weiten Felde ihrer Entdeckun⸗ gen vorzubeugen, erging am folgenden Tage eine zweite

Bulle, welche die beruͤhmte Demarcationslinie feſtſetzte, wo⸗ durch ihre beiderſeitigen Territorien unzweideutig und für immer beſtimmt ſeyn ſollten. Dieſes war eine auf der Landkarte von einem Pol zum andern gezogene Linie hun⸗ dert Seemeilen weſtlich von den Azoren und den Cap⸗Ver⸗ diſchen Inſeln. Alles Land, welches von den ſpaniſchen Seefahrern weſtlich von dieſer Linie entdeckt und von irgend einer chriſtlichen Macht nicht vor den verfloſſenen Weih⸗ nachten ſchon in Beſitz genommen worden, ſollte der ſpani⸗ ſchen Krone eignen; dagegen alles Land in entgegengeſetzter Richtung Portugal angehoͤren ſollte. Es ſcheint dem Papſte niemals eingefallen zu ſeyn, daß beide, indem ſie ihre aus⸗ 5 einanderfuͤhrende Bahnen der Entdeckung verfolgten, der⸗ einſt einmal wieder in Colliſion gerathen und die Frage der Territorialherrſchaft bei den Antipoden erneuern konnten. In der Zwiſchenzeit wurden, ohne die Sanction der roͤmiſchen Curie abzuwarten, in Spanien die groͤßten Zu⸗ ruͤſtungen zu einer zweiten Expedition von den Monarchen betrieben. Um einen geregelten und beſchleunigten Geſchaͤfts⸗ gang fuͤr die Angelegenheiten der neuen Welt zu gewinnen, ſtellte man dieſelben unter die Oberleitung des Juan Rodri⸗ guez de Fonſeca, Archidiaconus von Sevilla, der ſich all⸗ maͤhlig zu den Bisthuͤmern von Bajadoz, Palenzia und Burgos aufſchwang und zuletzt Patriarch von Indien wurde. Er war ein Mann von Familie und Einfluß; ſeine Bruͤder