— 371—
Freunde, Diego de Deza, nachmals Biſchof von Palencia und Sevilla, und Juan Perez, Prior des Kloſters La Rabida.
Auf ſolche Weiſe geehrt von ſeinen Souverainen, ange⸗ ſchmeichelt von den Großen, vergoͤttert vom Volke, ſchluͤrfte Columbus den Honigſeim der allgemeinen Gunſt, bis Haß und Verlaͤumdung Zeit gewannen, die Suͤßigkeit mit bittrer Arznei zu miſchen. Seine Entdeckung brach mit ſo ploͤtz⸗ lichem Glanze uͤber die Welt hervor, daß ſie ſelbſt den Neid blendete und den lauten Beifall der ganzen Menſchheit gewann.
Es waͤre gut zur Ehre der menſchlichen Natur, wenn die Geſchichte gleich dem Roman mit der Erfuͤllung der Wuͤnſche des Helden ſchließen koͤnnte; dann wuͤrden wir
Columbus in dem vollen Genuß eines großen wohlverdien⸗
ten Gluͤckes verlaſſen. Aber ſein Leben war dazu beſtimmt, einen neuen Beweis, wenn es deſſen noch bedurfte, von der Unbeſtaͤndigkeit der oöͤffentlichen Gunſt zu geben, ſelbſt wo dieſe durch ausgezeichnete Dienſte gewonnen wurde. Keine
Groͤße iſt jemals durch unbeſtreitbarere, unzweideutigere
und hoͤhere Verdienſte um die Menſchheit erworben worden, aber keine zog ihrem Beſitzer unerbittlichere Eiferſucht und Verlaͤumdung zu oder verwickelte ihn in unverdienteres Ungluͤck und Bedraͤngniſſe. So geht es mit dem ſtrahlen⸗ den Verdienſte: grade ſein Glanz reizt die grollenden Lei⸗ denſchaften niedriger und kriechender Seelen, die nur zu
oſt augenblicklichen Einfluß beſitzen, um ihn der Welt zu
24*


