— 366—
netem Wiſſen ziemte. Welche koͤſtlichere Nahrung mag wohl für ein ſtrebendes Gemuͤth gefunden werden, als dieſe Nach⸗ richt? Ich fuͤhle eine wahre Gluͤckſeligkeit des Geiſtes, wenn ich mich mit den geſcheuteſten jener Leute unterhalte, die aus dieſen Welttheilen zuruͤckgekommen ſind. Mir iſt wie einem Armen zu Muthe, dem ſich reiche Schatzkammern oͤffnen. Unſere Seelen, mit Laſtern befleckt, fuͤhlen ſich er⸗ hoben, wenn ſie ſich der Betrachtung ſo glorreicher Erfolge hingeben.“*)
Ungeachtet alles dieſes Frohlockens wurde doch Niemand die eigentlichen Vortheile dieſer Entdeckung gewahr. Nie⸗ mand hatte einen Begriff davon, daß dieſes ein ganz neuer Welttheil ſey, den die Meere von der alten Welt trennen. Allgemein war die Meinung des Columbus angenommen, daß Cuba das Ende des aſiatiſchen Feſtlandes waͤre und daß die umliegenden Inſeln in den indiſchen Gewaͤſſern laͤgen. Dieſes yarmonirte mit den fruͤher erwaͤhnten Anſichten des Alterthums uͤber die maͤßige Entfernung Spaniens von dem aͤußerſten Ende Indiens, wenn man in weſtlicher Rich⸗ tung ſegele. Die Papagayen ſchienen auch denen zu glei⸗ chen, von welchen Plinius ſagt, daß ſie in den entlegenen Laͤndern Aſiens in Menge angetroffen wuͤrden. Darum nannte man auch die Laͤnder, welche Columbus beſucht hatte, Weſt⸗Indien, und da er in eine große Region von unent⸗ deckten Laͤndern eingedrungen zu ſeyn ſchien, ſo bekam das Ganze die umfaſſende Benennung:„die neue Welt,⸗
») Briefe des Peter Martyr, 1. 53.


