Weiſe ploͤtzlich geoͤffnet wurde. Das Werk des Ptolemaͤus war zu Anfang des Jahrhunderts von Emanuel Chryſole⸗ ras, einem edlen und gelehrten Griechen, ins Lateiniſche uͤberſetzt und auf ſolche Art den Studierenden Italiens naͤ⸗ her gebracht worden. Eine andere Ueberſetzung war gefolgt, unternommen von Giacomo Angelo de Scarpiaria, wovon die netten und ſchoͤnen Exemplare in den italieniſchen Buch⸗ handlungen allgemein verbreitet wurden.*) Auch die Schrif⸗ ten von Averroes, Alfraganus und anderen arabiſchen Wei⸗ ſen fingen an geſucht zu werden, welche die heilige Flamme der Wiſſenſchaften waͤhrend der europaͤiſchen Finſterniß ge⸗ naͤhrt hatten.
Die ſo wiederauflebende Erkenntniß war aber beſchraͤnkt und unvollkommen; doch gleich dem wiederkehrenden Mor⸗ genlichte war ſie voll Reiz und Schoͤnheit. Sie ſchien eine neue Schoͤpfung in's Leben zu rufen und brach mit allem Zauber einer Wundererſcheinung in den empfaͤnglichen Ge⸗ muͤthern an. Sie waren erſtaunt uͤber ihre Unwiſſenheit in der Welt rings um ſie her. Jeder Schritt ſchien eine neute Enideckung zu ſeyn, denn jede Region außer ihrem Vater⸗ lande war ihnen gewiſſermaßen terra incognita.
Von ſolcher Art war der Zuſtand des Erlernens und des Empfindens in Beziehung auf dieſe intereſſante Wiſſen⸗ ſchaft, in der erſten Zeit des funfzehnten Jahrhunderts. Ein immer ſtaͤrkeres Intereſſe erwachte ſeit den Entdeckun⸗
*) Andres Hist, B. Let., lib. III. cap, 2.


