Teil eines Werkes 
3. Theil (1827)
Entstehung
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Singe, liebe Kirſtine! ſagte Dagmor. Das Maͤdchen raffte ſich zuſammen, und ſang das Lied*) von der Jungfrau, die in eine Nach⸗ tigall verwandelt war, und zu der ein fremder Ritter kam und ſie erſuchte/ ein Lied zu ſingen; zum Erſatz wollte er die Federn des Vogels mit

Golde belegen und ſeinen Hals mit Perlen ſchmuͤcken laſſen. So wie ſie die Worte

ſangen, wurden ſie dadurch ſonderbar bewegt. Nun ſang ſie die Antwort der Nachtigall an den Ritter:

Zu Federn von Gold paßt ſich nicht mein Sinn,

Die ich um Dich ſollte tragen:

Ein wildfremder Vog'l in der Welt ich bin,

Niemand von mir weiß zu ſagen.

Ihre Stimme zitterte; es war ihr, als ſaͤnge

ſie von ſich ſelbſt, und als ſie, auf die Frage des Ritters an die verwandelte Jungfrau, ob ſie von Hunger, Kaͤlte und Schnee gelitten, die Antwort der Nachtigall ſingen ſollte, wurde ſie

*) Aus den daͤniſchen Volksliedern aus dem Mit⸗ telalter.