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ihr.„Du kommſt nicht wie ein freier und fro⸗ her Vogel vom heutigen Feſte, gutes Kind!“ ſagte ſie freundlich, Kirſtinens Hand ergreifend. „Dein Gemuͤth iſt bewegt und Deine Hand zit⸗ tert; was fehlt Dir?“
„ Ach, nichts! theure Königin! ich bin nur et⸗
was zu ſchnell hieher gelaufen⸗“
„Kirſtine!“ ſagte Dagmor mild warnend, mit einem durchdringenden Blicke.—„Nun, redeſt Du nicht die Wahrheit? Es liegt Dir etwas am Herzen, haſt Du kein Vertrauen zu mir? weißt Du noch nicht, daß ich Dich lieb habe, als waͤreſt Du meine Schweſter.“
„Ach! große Koͤnigin!“ ſeufzte Kirſtine, „wie darf die Tochter eines armen Ritters ſich Euch als einer ihres Gleichen nahen?“— Da ſiel es ihr ploͤtzlich und zum erſten Male auf's
Heerz, daß der Schweſterſohn des Koͤnigs auch
nicht ihres Gleichen ſey, und mit tiefer Weh⸗ muth kuͤßte ſie die Hand der Koͤnigin, waͤhrend warme Thraͤnen aus ihren Augen ſtroͤmten.
Die Koͤnigin klopfte ihr leiſe auf die naſſen Wangen.„Ein frommes Herz, mein Kind!“ ſagte ſie liebreich,„macht den Geringſten


