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im nördlichen Fluͤgel des Schloſſes; allein er dachte weniger an ſeine Abſicht als an die ſchoͤne Kirſtine, deren warme Theilnahme die keimende Neigung in ſeiner Bruſt noch hoͤher erregt hat⸗ te, und ohne zu erwaͤgen, wohin dieſe fuͤhren köͤnne, ergab er ſich den ſuͤßen Empfindungen des Augenblicks; leichtfinnig ſtreifte er durch den Gang und ſang ein Liebeslied ganz leiſe vor ſich hin. Bei dem matten Scheine einer halber⸗ loͤſchten, ſonſt dort Nacht und Tag brennenden Lampe ſah er aus der Ferne eine dunkle Geſtalt, die ſich vor der Thuͤre ſeiner Wohnung hin und her bewegte. Er hielt ploͤtzlich inne und er⸗ griff den leichten, zierlichen Hofdegen, der zum ernſten Kampf eben nicht ſehr tauglich war. Er bedachte ſich zwar einen Augenblick, ob er, ſo ſchlecht bewaffnet, weiter vorwaͤrts gehen oder umkehren ſolle; allein ſogleich fuͤhlte er ſeine Wangen vor Schaam gluͤhen, einer Furcht we⸗ gen, der er ſich zum Erſtenmale bewußt wur⸗ de. Er zog den Degen und naͤherte ſich lang⸗ ſam der dunkeln, verkappten Geſtalt, in der er an den ſchleichenden Schritten Arnfred zu erken⸗ nen glaubte. Er war kaum zwanzig Schritte von


