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ſchamhafte Jungfrau gegeben, die er gar nicht zu Worte kommen ließ; denn obgleich er ihr Benehmen in ſeinem Herzen nicht ganz ſchicklich fand, ſagte er ihr doch ſo viel Artiges und Huͤb⸗ ſches, daß das arme Maoͤdchen alle Augenblicke die Farbe wechſelte.
„Aber ich habe Euch etwas Wichtiges zu ſagen, Ritter Otto!“ unterbrach ſie ihn endlich. „Ihr duͤrft um Gottes willen nicht glauben, daß ich Euch ſo ungeziemend hergewinkt haben wuͤr⸗ de, wenn nicht Noth kein Gebot kennte. Euer Leben iſt in Gefahr, edler Herr.“—
„Mein Leben?“ fiel Otto ausgelaſſen und laͤchelnd ein;„meine Freiheit, wollt Ihr ſagen, ſchoͤne Jungfrau; und darin moͤgt Ihr Recht ha⸗ ben.— Eure freundliche Theilnahme, als hier mich alle verkannten, vergeſſe ich nie. Da⸗ mals ward mir keine Zeit, Euch zu danken! Doch glaube mir, ſchoͤne Kirſtine! was ich zu⸗ ruͤckließ.“—
„Ach! Larun Siegelring!“ unterbrach ihn Kirſtine hurtig;„das haͤtte ich bald vergeſſen, den habe ich gefunden und Euch aufbewahrt. Hier iſt er!“ Mit dieſen Worten zog ſie ihn aus dem


