nahm, daß die Koͤnigin noch nicht voͤllig gene⸗ ſen ſey und das Schlafzimmer nicht verlaſſen duͤrfe. Er trat nun zu ihr in das verhaͤngte Zimmer und fuͤhlte ſich gleich mitten in der heiterſten Lebensfreude ſehr verſtimmt und be⸗ klommen durch die eingeſperrte Luft, die ihm entgegenwehete, und das Zwielicht, das ihm keine bluͤhende, geſunde Mutter, ſondern eine ſtille, bleiche Frau, mit einem ſchmaͤchtigen, zarten Kinde in den bebenden Armen, zeigte.
Dagmor lag unter Purpurdecken auf einer Lotterbank; ſie fuͤhlte ſich ſchwach und angegrif⸗ fen; aber die Freude gab ihr Kraͤfte. Sie er⸗ hob ſich und reichte Waldemarn mit inniger, ſtil⸗ ler Freude, aber zugleich mit tiefer Wehmuth, das Kind hin; denn ſie bemerkte den tiefen Ein⸗ druck, welchen der Anblick ihrer Schwaͤche auf den Koͤnig gemacht. Es glaͤnzte eine gewaltſam zuruͤckgedraͤngte Thraͤne in ſeinem ſtolzen Auge. Er breitete, mit uͤberſtromendem Gefuͤhl von Freude und Schmerz, die Arme gegen Mutter und Kind aus; doch Dagmor bebte vor ſeiner Ruͤſtung aͤngſtlich zuruͤck, und das Kind ſchrie.


