Teil eines Werkes 
3. und letztes Bändchen (1822)
Entstehung
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Rectorſtelle vacant ſey, die der Rath dieſer Stadt zu vergeben habe; ich ſtellte mir unter dieſem Rectorat etwas mehr vor, als es iſt, meldete mich dazu, und, da kein Mitbewerber erſchien, erhielt ich ſie. Aber mein Zuſtand, als ich das neue Amt angetreten hatte, war eine Hoͤlle. Man hatte mir einige Verſprechungen gemacht, die Schule zu verbeſſern, meinen Gehalt zu er⸗ hoͤhen, aber es blieb beim Verſprechen. Zu mei⸗ ner eigenen Beſchaͤmung bemerkte ich bald, daß ich fuͤr alles andere, nur zu keinem Schulrector ein paſſendes Subject ſey, daß ich wohl mit Maͤn⸗ nern verkehren koͤnne, aber nicht mit den rohen Buben einer mittelmaͤßigen Landſtadt. Von Woche zu Woche ward mir mein Schickſal unertraͤglicher, und ſehnlich harrte ich auf die eintretenden Fe⸗ rien, um mir Luft zu machen, und durch eine Reiſe in die Reſidenz vielleicht eine guͤnſtigere Veraͤnderung meiner Lage zu bewirken. Wie es aber damit gehen wird, iſt mir jetzt noch ein Naͤthſel, denn ich bin weder je in der Reſidenz

geweſen, noch kenne ich irgend jemand daſelbſt. Walther ſchwieg hier; jener druͤckte ihm die Hand, und ſagte: Bereuen Sie es nicht, mich zum Vertrauten Ihrer Wuͤnſche gemacht zu haben. Laſſen Sie mich Ihnen einen Vorſchlag machen. Folgen Sie mir auf mein Landgut, und geben Sie von dort aus dem Rath zu L. ungeſaͤumt Nach⸗