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Flucht vor Natur, Leben, Gott und Menſchen dauerte den Tag hindurch. Bisweilen ſtürzte er mit dem Antlitz zu Boden und wühlte mit den Nägeln das gemporkei⸗ mende Korn aus der Erde. Bisweilen ſtand er in ein⸗ ſamen Dorfgaſſen ſtill; dann nahm er ſein Haupt zwi⸗ ſchen die Hände, ſuchte es von den Schultern zu reißen und auf dem Pflaſter zu zerſchmettern; ſo unerträglich waren ſeine Gedanken.
Als die Sonne unterging, überdachte er ſeine Stim⸗ mung und fühlte ſich dem Wahnſinn nahe. Der Sturm, der in ihm von dem Augenblick an wüthete, wo er Hoff⸗ nung und Willen, die Zigeunerin zu retten, verloren hatte, ließ ihm nicht einen ruhigen und geſunden Gedanken. Seine Vernunft war faſt gänzlich untergraben; in ſei⸗ nem Geiſte weilten nur zwei deutliche Bilder, Esme⸗ ralda und der Galgen; Alles andere war verdunkelt. Beide Vorſtellungen zeigten ihm eine furchtbare Gruppe;
je feſter er hierauf alle ihm noch übrige Denkungskraft heftete, ſtieg in phantaſtiſcher Progreſſion der Reiz⸗ die Schönheit, das Licht der Einen, die Schrecken des Anderen; ſo daß Esmeralda ihm zuletzt wie ein Stern, der Galgen wie ein ungeheurer, fleiſchloſer Arm erſchien.
Es iſt bemerkenswerth, daß der Unglückliche wäh⸗ rend dieſer Folter nie ernſtlich daran dachte, ſich ſelbſt zu tödten. So war ſein Charakter; er hing am Leben; vielleicht ſchaute er wirklich die Hölle jenſeits der Gränze ſeines irdiſchen Daſeins.


