Ueuntes Zuch.
1. Das Fieber.
Claude Frollo war nicht mehr in Notre⸗Dame, als ſein Adoptivſohn ſo gewaltſam die verhängnißvolle Schlinge durchſchnitt, worin der Archidiakonus ſich ſelbſt und die Zigeunerin gefangen hielt. Als er in die Sakriſtei trat, riß er die Alba, die Stola, den Chormantel ſich heftig vom Leibe, warf ſie dem erſtaunten Küſter in die Hände, entſchlüpfte durch eine Hinterthür des Kloſters und befahl einem Schiffer des Terrains, ihn auf das linke Seine⸗ ufer überzuſetzen. Dort eilte er in die hügeligen Straßen der Univerſität, ohne zu wiſſen, wohin er ging, indem er bei jedem Schritt Männer⸗ und Weibergruppen begeg⸗ nete, die ſich luſtig nach dem Pont St. Michel in der Hoffnung drängten, noch bei Zeiten anzukommen, um die Hexe am Galgen zu ſehen. Er war blaß, raſend, verblendeter und verwirrter, als ein von Kindern am hellen Tage verfolgter Nachtvogel. Er wußte nicht mehr, wo er war, was er dachte, und ob er träumte. Er ging, lief in jede Straße, auf die er zufällig traf, ohne ſie zu


