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gleichſam von ſelbſt. Man ſah in die tiefe, düſtere, kaum durch einige Wachskerzen auf dem Hauptaltar erleuchtete Kirche, wie ſie ſich gleich einem finſtern Schlund auf den von Licht ſtrahlenden Platz hin öffnete. Auf einem ſchwar⸗ zen Tuch, das vom Gewölbe auf das Pflaſter fiel, ſah man ganz im Hintergrunde ein rieſenhaftes ſilbernes Kreuz. Das Schiff war einſam. Nur in den fernen Stühlen des Chors ſah man unbeſtimmt einige Prieſter⸗ köpfe, und als das Hauptthor ſich erſchloß, ertönte aus der Kirche ein lauter, ernſter, eintöniger Geſang, welcher Bruchſtücke von Leichenpſalmen der Verurtheilten an das Haupt ſchleuderte:
„Non timebo millia populi circumdantis me;
„Salvum me fac, Deus, quoniam intraverunt aquae
usque ad animam meam.. e „Infixus sum in limo profundi; et non est sub- stantia.“
Zugleich ertönte, vom Chor vereinzelt, an den Stufen des Hauptaltars eine andre düſtre Stimme:„Qui ver- bum meum audit, et credit ei qui misit me, habet vitam aeternam et in judicium non venit, sed transit a morte in vitam.“ Dieſer Geſang, den einige im Dunkel verſchwindende Greiſe über dies ſchöne Geſchöpf voll Jugend und Leben, wie die Frühlingslüfte mit ihm koſeten, ſangen, war die Todtenmeſſe.
Das Volk hörte andächtig.


