voranzuſenden, welche dieſe aber nie hinderte, ſich gegen⸗ ſeitig herzlich zu verabſcheuen. Uebrigens iſt dies heut zu Tage eben ſo der Fall; jeder Gelehrtenmund, der einem andern Höflichkeiten ſagt, iſt ein mit Honig beſtri⸗ chenes Gefäß voll Galle. Claudes Glückwünſche zielten hauptſächlich auf die zahlreichen, zeitlichen Vortheile, welche der würdige Arzt während ſeiner ſo ſehr benei⸗ deten Laufbahn aus jeglicher Krankheit des Königs zu ziehen wußte; denn er übte eine beſſere und ſichere Alchimie, als das Aufſuchen des Steines der Weiſen.
„Wahrhaftig, Herr Doktor Coictier, ich freute mich ſehr, zu vernehmen, daß Euer Neffe, der ehrwürdige Herr Pierre Verſé, die Biſchofswürde erhielt. Nicht wahr, er iſt Biſchof von Amiens?“—„Ja, Herr Archi⸗ diakonus; es iſt die Gnade und das Erbarmen Gottes.“ —„Wißt Ihr auch, daß Ihr Euch an der Spitze Eurer Rechnungskammer am Weihnachtstage als Präſident prächtig ausnahmt?“—„Ach, Dom Claude, nichts wei⸗ ter als Vicepräſident.“—„Wie weit iſt der Bau Eures prächtigen Hauſes in der Straße St. André⸗ des⸗Arcs vorgerückt? Das wird ein zweites Louvre. Auch liebe ich ſehr den Aprikoſenbaum über der Thür mit dem ſchö⸗ nen Wortſpiel à P'Abri— Cotier“*).—„Ach, Meiſter
**) Ein unüberſetzbares Wortſpiel: zum Aprikoſenbaum, und zugleich: geh' vor Anker, Lootſe. Zugleich auch Anſpielung auf den Namen Coictier.


