Teil eines Werkes 
1. Theil (1836)
Einzelbild herunterladen

Paulus Diakonus, wird der beſte Speck ranzig. Der kleine Jehan Frollo, mit dem Namen Du Moulin, von dem Orte ſeiner Erziehung, war in der Richtung, die Claude ihm geben wollte, nicht aufgewachſen. Der ältere Bruder rechnete auf einen frommen, lernbegierigen, gelehrten Zögling. Allein der kleine Bruder glich den jungen Bäumen, welche alle Bemühungen des Gärtners vereiteln und auf die Seite ſich eigenſinnig wenden, woher ſie Sonne und Luft erhalten; er wuchs und trieb vielfache, laubige Zweige nur nach der Seite der Faul⸗ heit, Unwiſſenheit und Ausſchweifung. Er war ein klei⸗ ner, ſehr lüderlicher Teufel, ſo daß Dom Claude die Brauen runzelte, aber auch zugleich ſehr munter und poſſenhaft, ſo daß der ältere Bruder lachte. Claude hatte ihn demſelben Kollegium Torchi anvertraut, wo er ſeine Jugend in Studien und ernſten Gedanken zugebracht hatte; für ihn war es ſchmerzhaft, daß dies Heiligthum jetzt ebenſo Anſtoß im Namen Frollo fand, wie es ſich einſt an ihm erbaut hatte. Oft hielt, er ſeinem Bruder lange und ſtrenge Predigten, die dieſer unerſchrocken aushielt. Trotz dem beſaß der junge Taugenichts ein gutes Herz, wie man dies ja auch in den Komödien ſieht. Waren die Predigten aber vorbei, begann er ruhig auf's Neue den Lauf ſeiner Empörungen und Abſcheulichkeiten. Bald hatte er einen Fuchs zum Willkommen zerzauſt(jene koſtbare Tradition hat ſich bis auf unſere Tage erhalten); hald hatte er eine Bande Studenten angefuͤhrt, die klaſ⸗