—
— 305—
„Hoͤre was ich dir hier verkuͤnde: einer nur von uns beiden koͤmmt lebendig aus dieſer Schlucht zuruͤkk.— Ich wuͤrdigte ihn keiner Antwort. Wir gingen in der Dunkelheit weiter. Das Ge⸗ raͤuſch wurde endlich ſo ſtark, daß wir unſere eige⸗ nen Tritte nicht mehr hoͤrten; ich vermuthete, daß ſelbes durch einen Waſſerfall hervorgebracht wuͤrde, und ich hatte mich nicht getaͤuſcht.
Nachdem wir ungefaͤhr zehn Minuten im Dun⸗ keln fortgegangen ſeyn mochten, gelangten wir an eine Art innerer Plattform, welche die Natur in
den Eingeweiden dieſes Berges gebildet hatte.
Der groͤßere Theil dieſer halbrunden Platt⸗ form war von dem Strom uͤberſchwemmt, wel⸗ cher mit furchtbarem Gepraſſel von den Felſen⸗ Schachten abprallte. Ueber dieſer unterirdiſchen Halle bildete ſich die Decke in einer Art Dom, der mit gelblichtem Epheu bekleidet war. Mitten durch dieſe Decke,ging nach der Breite ein Spalt, durch welchen der Tag eindrang, und deſſen Raͤn⸗ der mit gruͤnem, aber noch von den Sonnenſtrah⸗ len beleuchtetem Geſtraͤuche, bewachſen waren. Am noͤrdlichen Ende der Plattform verlor ſich der Strom mit heftigem Getoͤſe in einem Abgrunde, uͤber deſſen Boden das Licht, welches von dem Felſenritze herab
20


