14 Skizzen aus Spanien.
dort oft von niederem Stande ſchnell zu Reich⸗ thum und Anſehen emporſchwangen und Ma— jorate und Titel gründeten. Vor allen zeich⸗ net ſich der Pallaſt der Marqueſes de la Con—- quiſta aus, aber nicht blos durch Größe und Bauart, ſondern auch dadurch, daß der Fleiſch⸗ ſcharren einen Theil des untern Stockwerks einnimmt. Das heißt ungefähr ſo viel, als wenn man einem deutſchen Baron zumuthete, dem Scharfrichter ſein Parterre einzuräumen; denn das Fleiſcherhandwerk gilt im ſüdlichen Spanien für unehrlich. Dieſe ſeltſame Ano⸗ malie erklärt eine Sage folgendergeſtalt. Der erſte Marques de la Conquiſta, der dieſen Ti— tel wegen ſeiner Heldenthaten bei der Erobe— rung von Mejico erhalten, habe ſo große Reich⸗ thümer erworben, daß er aus übermuth ſei— nen Pallaſt mit ſilbernen Ziegeln habe decken laſſen. Zu ſeiner Demüthigung aber habe der König ihn gezwungen, einen ſo unſaubern Gaſt unter dieſem Dach aufzunehmen. Tru⸗ jillo ward— um noch eine Merkwürdigkeit des Ortes anzuführen— in Eſtremadura das Haupt⸗ quartier der Störche genannt. Wirklich ſchie⸗ nen ſie ſich aus der ganzen Halbinſel— um


