Skizzen aus Spanien. 397
und um eigenes ſich miſchte, dieſe durch Entbeh⸗ rungen abgemagerten Geſtalten, mit zerlumpten Uniformen bedeckt, barfuß oder mit Sandalen an den blutenden Fuͤßen, feſten, geſchloßnen Schrittes, uͤber die ſcharfen Felſen dahinziehen ſah, der haͤtte kaum geglaubt, daß dieſelben Maͤnner noch vor wenig Monaten in der Mitte ihrer Familien als wohlha⸗ bende, geachtete Buͤrger in Ruhe und Frieden lebten, unter dem Schutz der Geſetze, die in ih⸗ nen wiederum den ſtaͤrkſten Schutz fanden.— «„Was giebt es hier, Lieutenant Rojas?“ fragte Riego nach einer Pauſe. Rojas trat vor, und wollte militaͤriſch berichten, was vorgefal⸗ len war, allein der Schmerz uͤberwaͤltigte ihn, und er brach ab, indem er auf die ſchoͤne Leiche deutete. Riego verſtand jedoch den Zuſammenhang und ſagte vor ſich hin, indem er die Hand vor die Augen hielt:«noch ein unſchuldiges Opfer!» — Seine Begleiter warfen grimmige Blicke auf die gefangenen ⸗Glaubensſoldaten, und einige Stim⸗ men riefen:«Laſſen Sie die Hunde niederſchie⸗ ßen, mein General!“—«Es ſind Kriegsgefan⸗ gene,» ſagte Riego ernſt, ſich umwendend. Wir koͤnnen uns nicht mit Gefangenen ſchleppen, mein General. Sollen wir die Bluthunde etwa gar lau⸗


