Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
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waͤhrend Alphonſens Heilung, und jeder Tag machte die Entdeckung ſchwerer. Alphons vertraute ſeiner lie⸗ bevollen Pflegerin im Verfolg ihres langen Beiſam⸗ menſeins die Geſchichte ſeiner ungluͤcklichen Heirath und hielt ſich mit der heitern Einſicht, welche ein lan⸗ ges Siechthum einem ſtarken Gemuͤthe gibt, bei der Betrachtung auf, daß ihm das Schickſal nun aufgetra⸗ gen habe, Alwinens ſchmerzliche Gefuͤhle vervielfaͤltigt zu leiden. Denn, ſagte er, in den Momenten, wo ihr ſchoͤnes Gemuͤth frei waltete uͤber ihre Zuͤge, ver⸗ gaß man ihre Haͤßlichkeit, da hingegen mein erſtorbenes Antlitz keine Regung meiner Seele mehr ausſpricht. Alwinens heftige Wehmuth bei ſolchen Geſpraͤchen be⸗ fremdete ihn nicht, er fuͤhlte ſein eignes Weh noch zu ſcharf, um den wahrſcheinlichen Grad fremder Theil⸗ nahme zu ermeſſen. Bald entſtand auch eine Art Un⸗ redlichkeit in ſeinem Herzen; Friedlef ward ihm Alles, was unter dieſen Umſtaͤnden Alwina ihm haͤtte ſein koͤnnen; die Furcht, uͤber dieſe Untreue klar zu ſehen,

entfernte ihn von jeder ſcharfen Unterſuchung ihrer und

ſeiner Empfindung. Alwina las bald in ſeinem Her⸗ zen; ſie laͤchelte uͤber das Schickſal, welches ſie beſtimmt hatte, die Liebe ihres Gatten durch ſeine Untreue zu erlangen, aber der Moment, ihm ſeinen Irrthum zu benehmen, war nun entflohen; die Entdeckung konnte ihn jetzt nur demuͤthigen und ihr eine Großmuth uͤber⸗ laſſen, die ſein Zartgefuͤhl verletzen mußte. Doch dieſe Verwickelung aͤngſtigte ſie; denn was ihr die Zukunft auch aufbewahren mochte, ihre Pflicht, den Huͤlfsbe⸗ duͤrftigen nie mehr zu verlaſſen, war ihr klar; ſich ihm