Teil eines Werkes 
5. Th. (1833)
Entstehung
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jedes Mal, wenn der Vater das junge Maͤdchen durch einen großen Gedanken in das All fortruͤckte, ſie durch eine kleine Pflicht an den Augenblick zu binden. Dina gehorchte ohne Widerrede, aber ihr Gehorſam ward, ohne daß ſie daruͤber gegruͤbelt haͤtte, bald eine reine Verſtandesſache. Sie uͤberſah die Mutter und befrie⸗ digte ſie, weil die Ordnung im Hauſe das zum Gera⸗ thenſten machte. Ohne Erklaͤrung und Abrede hatte Heinrich fuͤr ſeine Frau denſelben Geſichtspunkt gefaßt; dieſe glaubte ſich ungeſtoͤrt in ihrem Einfluß, und ta⸗ delte in ihrem Herzen die Willkuͤr des Gedankens, die ihr Gatte ſeiner Dina geſtattete, fuͤhlte ſich aber doch geſchmeichelt, ſo eine geiſtvolle Tochter zu beſitzen. Dina war ſechszehn Jahr alt, als ihre Mutter ſtarb. Mit Zuverſicht konnte Heinrich ihr die Wirthſchaft uͤberge⸗ ben, aber unausſprechlich wehmuͤthig blickte er in das Grab ſeines Weibes. Waͤhrend ihrer Krankheit es war ein ſchnell uͤberhandnehmendes Bruſtuͤbel ſchie⸗ nen ſich die ſtarren Anſichten des Lebens wie Frucht⸗ huͤlſen von ihrem Herzen zu loͤſen, was ſie Pflichtmaͤßi⸗ ges gethan, ſchien ihr immer geringer und freute ſie doch immer mehr, und was ihr nicht gelungen, bat ſie ſo liebevoll den Ihrigen ab! Die nahende Sonne der Ewigkeit reifte den Kern ihres Herzens ſo wohlthaͤ⸗ tig, daß Sterben und ruͤckſichtlos, rein und begluͤckend Lieben fuͤr ſie Eins ward. Heinrich haͤtte gewuͤnſcht, Dina waͤre durch der Mutter Tod mehr erſchuͤttert wor⸗ den. Daran mahnen wollte er ſie nicht, aber es ver⸗ mochte ihn, mehr von der Verewigten zu ſprechen, als er, waͤre Dina betruͤbter geweſen, gethan haͤtte. Dina