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An einem ſchoͤnen Sommerabend war Frank bis Hayn, einem Dorfe auf dem Wege nach N. gekommen, als ſeine Chaiſe in den tiefen Gleiſen brach und er zu ſei⸗ nem großen Verdruß vernahm, daß er erſt am folgen⸗ gen Morgen weiter kommen koͤnnte. Es waͤre ein Leich⸗ tes geweſen, eine Poſtchaiſe aus M. kommen zu laſ⸗ ſen, ja der ruͤſtige Sechziger haͤtte den Reſt des Wegs zu Fuß fortſetzen koͤnnen; aber das reinliche Dorfwirths⸗ haus gefiel ihm, oder er hatte uͤberhaupt nicht zu eilen, genug, er befahl ſeinem Diener, ihm ein Schlafzimmer zu beſtellen, und machte ſich zu einer Wanderung in der Umgegend des Dorfs auf dem Weg. Der Mann war vor mehr als dreißig Jahren nach Amerika ausgewan⸗ dert, hatte alle Verhaͤltniſſe mit ſeinem Vaterlande ab⸗ gebrochen und kam nun in die Naͤhe ſeiner Geburts⸗ ſtadt, in welcher zwar keiner der Seinigen mehr lebte, wo aber doch tauſend Andenken ihn bewegten. Er war in einem hollaͤndiſchen Hafen ans Land geſtiegen, in den Niederlanden ſuchte er keine Ähnlichkeit mit Fran⸗ ken auf, von der deutſchen Grenze an war er im ſchlech⸗ teſter Wetter Tag und Nacht gereiſt, nun war er faſt 1*


